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Industriejugend

Die "Versuche zur Seelenkunde der Industriejugend" von Heinrich Kautz erschienen 1926 unter dem Titel "Im Schatten der Schlote" in der Verlagsanstalt Benziger & Co, Einsiedeln


4 Einträge zu Industriejugend im Archiv


 

Die alte Bergmannswitwe Seep kam vom Schachtbüro zurück

Ein Familienbild

Die alte Bergmannswitwe Seep kam vom Schachtbüro zurück. Ihr schwarzes Kopftuch rahmte das bräunliche Runzel gesteht mit dem ergrauten Haar noch recht munter ein. Sie stemmte beim Gehen die Linke auf die Hüfte und murmelte zufrieden vor sich her. Ihre Unternehmungslust hatte eben einen kühnen Griff getan. Nun waren ihre drei ältesten Jungens gekündigt, der Möbeltransport war eingerichtet und die Abwanderung abgemachte Sache.

 

In einem der stockalten Tagelöhnershäuschen wohnte sie, die Mutter Sweda

Ein Familienbild

In einem der stockalten Tagelöhnershäuschen wohnte sie, die Mutter Sweda. Galizien war ihre Heimat. Von dort war sie mit Kindern und Kindeskindern einem Industrieagenten gefolgt und in jenes rauchgeschwärzte Häuschen eingezogen. Sie hatte ihre sechs Töchter, mit Ausnahme der Jüngsten, alle verheiratet. Drei ihrer Töchter zogen 1910 nach Amerika, die vierte zog nach Gelsenkirchen, die fünfte starb an der Ruhr, der Schwiegersohn heiratete bald eine Polin und zog nach Posen. Der elterliche Bauernhof bei Lemberg brannte ab, die Eltern verarmten und gingen wieder tagelöhnern.

 

Alle Samstage fehlte der Zwölfjährige

Ein Familienbild

Alle Samstage fehlte der Zwölfjährige.   Die Entschuldigungszettelchen kamen bald mit diesem, bald mit jenem Grunde heran. Einmal war es Krankheit der Mutter, ein andermal mußte sie junge Schweine kaufen gehen, mußte verreisen, war bei Verwandten pflegen, die Großmutter war gekommen aus Posen, der Kleinste hatte Krätze bekommen usw. Als alle erdenkbaren Entschuldigungen hergehalten hatten, kam auch einmal die Wahrheit dran. Da hieß es: »Ich mußte putzen!«

 

Wenig beliebt und doch allbekannt in den Kolonien war Mutter Krügers große Familie

Ein Familienbild

Wenig beliebt und doch allbekannt in den Kolonien war Mutter Krügers große Familie. Mutter Krüger war in einem armen Eifeldorf geboren, wanderte mit den Eltern ins Saar-Gebiet, wuchs im Saarkohlengebiet als echtes Bergmannskind auf, heiratete später, d. h. mit 18 Jahren einen Landsmann aus der Eifel, der auch Bergmann war, und verlor ihn, ehe ihr drittes Kind ins Leben trat.



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Hamborner Chronik: Gesucht werden Erinnerungen, Fotos, Details zu Personen und Orten etc aus der wechselvollen Hamborner Geschichte. Interessierte Hamborner Bürger sind herzlich eingeladen, sich hier einzubringen und Texte bzw. Fotos beizusteuern – alle Rechte bleiben natürlich bei den Autoren.


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