Gertrud Lemnitz

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Getrud Lemnitz

Gertrud Lemnitz, geborene Pusch, 1912-2000

Von 1930-33: Sekretärin der KPD Duisburg-Hamborn, ab März 1933 aktiv im antifaschistischen Widerstand des Jugendverbandes KJVD: Kassierung, Teilnahme an getarnten Zeltlagern, konspirativen Treffs, Gefangenenhilfe und illegale Schreibarbeiten. Sept.-Nov. 1933: Gestapohaft, danach erneut im Widerstand. April 1934: Flucht in die Niederlande, konspirate Kurier- und Schreibdienste, Grenzgänge, ROTE-HILFE-Arbeit. Mai 1944: Festnahme und Verurteilung, Einzelhaft im Frauenzuchthaus Cottbus, Juli 1944 bis Mai 1945 im KZ Ravensbrück, wo sie die Häftlingsnummer 45785 tragen mußte. Nach der Befreiung durch die rote Armee zusammen mit ihrem Mann, Alfred Lemnitz (Volksbildungsminister) politisch aktiv in der SBZ/DDR

„Ich selbst hatte in Ravensbrück ziemlich viel Glück. Auf Empfehlung der Lagerälfesten machte man mich schnell zur Lagerläuferin. Damit arbeitete ich auf der Schreibstube und konnte im Lager überall hin. Aber ich musste immer die Frauen holen, die die SS zu Verhören brauchte… Wir lebten in ständiger Angst… Manches konnten wir auch verhindern oder in eigene Hände nehmen, wir waren ja organisiert. Gefährdeten Häftlingen gaben wir manchmal eine andere Identität. Sie bekamen die Nummern von gerade Verstorbenen. So konnten wir einige retten… Was in unseren Möglichkeiten stand, taten wir…“

Gertrud Lemnitz wurde 1912 als Gertrud Pusch geboren. Von 1930-33 war sie Sekretärin der KPD Duisburg-Hamborn, ab März 1933 aktiv im antifaschistischen Widerstand des Jugendverbandes KJVD. Dort war sie zuständig für Kassierung, Teilnahme an getarnten Zeltlagern, konspirativen Treffs, Gefangenenhilfe und illegale Schreibarbeiten. Von September bis November 1933 war sie in Gestapohaft, danach ging sie erneut in den Widerstand.

Im April 1934 floh Gertrud Lemnitz in die Niederlande und leistete konspirate Kurier- und Schreibdienste, Grenzgänge, ROTE-HILFE-Arbeit. Im Mai 1944 wurde sie festgenommen und verurteilt. Sie saß zunächst in Einzelhaft im Frauenzuchthaus Cottbus, dann von Juli 1944 bis Mai 1945 im KZ Ravensbrück, wo sie die Häftlingsnummer 45785 tragen mußte. Nach der Befreiung durch die rote Armee war sie zusammen mit ihrem Mann, Alfred Lemnitz (Volksbildungsminister) politisch aktiv in der SBZ/DDR. Das Ende der DDR erlebte sie noch mit. Sie starb im Jahre 2000.