Helene Kropp

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Helene Kropp, 100.000ste Einwohnerin von Hamborn, geboren am 23. September 1910 – sie wurde in den letzten Kriegstagen bei einem Bombenangriff getötet.

Helene Kropp wurde am 23. September 1910 geboren und war die 100.000ste Einwohnerin der Stadt Hamborn , heute Duisburg Hamborn. Sie war das achte Kind der Eheleute Wilhelm und Gertrud Kropp (geborene Illerhaus), die in der Duisburger Straße 103 wohnten. Der damalige Oberbürgermeister Schrecker wurde Pate. Helene Kropp heiratete Mathias Faßbender und hatte mit ihm 2 Töchter.

Sie starb bei einem Bombenangriff in den letzten Kriegstagen 1945, als sie gemeinsam mit anderen Frauen aus Hamborn mit Fahrrädern nach Dormagen fahren wollte. Sie hatte gehört, daß ihr Mann mit anderen deutschen Soldaten von dort auf dem Rückmarsch wäre und wollte ihm entgegen fahren. Als sie unterwegs von Fliegern angegriffen wurden, wollten sich die Frauen in einem Bauernhof verstecken, der dann von einer Bombe getroffen wurde.

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Wilhelm und Gertrud Kropp (geborene Illerhaus) mit ihrer Tochter Helene, der 100.000sten Einwohnerin Hamborns, im Hintergrund Bürgermeister Schrecker und Gemahlin.

(Angaben nach „Havenburn-Hamborn-Duisburg-Hamborn“)

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Geburtshaus der Helene Kropp, 100.000ste Einwohnerin von Hamborn, Duisburger Strasse 103

Gertrud Lemnitz

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Getrud Lemnitz

Gertrud Lemnitz, geborene Pusch, 1912-2000

Von 1930-33: Sekretärin der KPD Duisburg-Hamborn, ab März 1933 aktiv im antifaschistischen Widerstand des Jugendverbandes KJVD: Kassierung, Teilnahme an getarnten Zeltlagern, konspirativen Treffs, Gefangenenhilfe und illegale Schreibarbeiten. Sept.-Nov. 1933: Gestapohaft, danach erneut im Widerstand. April 1934: Flucht in die Niederlande, konspirate Kurier- und Schreibdienste, Grenzgänge, ROTE-HILFE-Arbeit. Mai 1944: Festnahme und Verurteilung, Einzelhaft im Frauenzuchthaus Cottbus, Juli 1944 bis Mai 1945 im KZ Ravensbrück, wo sie die Häftlingsnummer 45785 tragen mußte. Nach der Befreiung durch die rote Armee zusammen mit ihrem Mann, Alfred Lemnitz (Volksbildungsminister) politisch aktiv in der SBZ/DDR

„Ich selbst hatte in Ravensbrück ziemlich viel Glück. Auf Empfehlung der Lagerälfesten machte man mich schnell zur Lagerläuferin. Damit arbeitete ich auf der Schreibstube und konnte im Lager überall hin. Aber ich musste immer die Frauen holen, die die SS zu Verhören brauchte… Wir lebten in ständiger Angst… Manches konnten wir auch verhindern oder in eigene Hände nehmen, wir waren ja organisiert. Gefährdeten Häftlingen gaben wir manchmal eine andere Identität. Sie bekamen die Nummern von gerade Verstorbenen. So konnten wir einige retten… Was in unseren Möglichkeiten stand, taten wir…“

Gertrud Lemnitz wurde 1912 als Gertrud Pusch geboren. Von 1930-33 war sie Sekretärin der KPD Duisburg-Hamborn, ab März 1933 aktiv im antifaschistischen Widerstand des Jugendverbandes KJVD. Dort war sie zuständig für Kassierung, Teilnahme an getarnten Zeltlagern, konspirativen Treffs, Gefangenenhilfe und illegale Schreibarbeiten. Von September bis November 1933 war sie in Gestapohaft, danach ging sie erneut in den Widerstand.

Im April 1934 floh Gertrud Lemnitz in die Niederlande und leistete konspirate Kurier- und Schreibdienste, Grenzgänge, ROTE-HILFE-Arbeit. Im Mai 1944 wurde sie festgenommen und verurteilt. Sie saß zunächst in Einzelhaft im Frauenzuchthaus Cottbus, dann von Juli 1944 bis Mai 1945 im KZ Ravensbrück, wo sie die Häftlingsnummer 45785 tragen mußte. Nach der Befreiung durch die rote Armee war sie zusammen mit ihrem Mann, Alfred Lemnitz (Volksbildungsminister) politisch aktiv in der SBZ/DDR. Das Ende der DDR erlebte sie noch mit. Sie starb im Jahre 2000.

 

Johanna Niederhellmann

Johanna Niederhellmann, geboren 1891 und gestorben 1956, war Lehrerin an der Freien Schule in Duisburg-Beeck. Sie war Mitglied der deutschen Friedensgesellschaft, der Liga für Menschenrechte. der Gewerkschaft und der SPD. Ihr Engagement für Frauenrechte machten die SPD-Referentin für Frauenfragen über die Grenzen Duisburgs hinaus bekannt.

Wie auch ihre jüngere Schwester Herta Brünen-Niederhellmann setzte sie ihr sozialpolitisches Engagement nach Errichtung der faschis-tischen Diktatur fort. Hanna initiierte den Widerstandskreis der illegalen SPD um die Brotfabrik „Germania“. Herta betrieb weiter antifaschistische Aufklärungsarbeit der ebenfalls verbotenen Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP).
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Johanna Niederhellmann, geboren am 6. Februar 1891 und gestorben am 18. April 1956, war Lehrerin an der Freien Schule in Duisburg-Beeck. Sie war Mitglied der deutschen Friedensgesellschaft, der Liga für Menschenrechte. der Gewerkschaft und der SPD. Ihr Engagement für Frauenrechte machten die SPD-Referentin für Frauenfragen über die Grenzen Duisburgs hinaus bekannt

Der Einsatz für Frieden, Freiheit und Menschenrechie stempelte sie zur Gegnerin des NS-Staates. Sie stammte aus einem christlichen Elternhaus und hatte sich nach dem l. Weltkrieg, aus Empörung über den Völkermord, in der Deutschen Friedensgesellschaft organisiert. Anfang der Zwanziger Jahre war sie der Gewerkschaft und der SPD beigetreten. Ihre engagierten Vorträge machten die SPD-Frauenrechtlerin, Lehrerin an der Freien Schule in Beeck, bald über die Grenzen Duisburgs hinaus bekannt. 1933 war sie als Reichstagskandidatin ihrer Partei nominiert worden.

Nach der Machtübernahme trafen sie die ersten Schikanen. Anfang März 1933 wurden in ihrer Wohnung, auf der Schifferheimstraße 4 in Ruhrort, Haussuchungen vorgenommen und „gefährliche“ Materialien — wie die „Freiheit“, „Die Genossin“, „Die Weltbühne“ – beschlagnahmt. Dabei war sie von Stahlhelmleuten denunziert worden, die im gleichen Haus ihr Heim hatten. Ein andermal wurde Johanna Niederhellmann auf offener Straße „festgehalten und … durchsucht.“

Im September 1933 wurde sie aus dem Schuldienst entlassen. Nach dem Berufsverbot mußte sie ihre Wohnung aurgeben. Sie zog um in die Ruhrorter Altstadt, in die Wohnung der Eltern auf der Carpstraße 18. Ihr Zimmer wurde eine der Keimzellen des sozialdemokratischen Widerstandes an Rhein und Ruhr. Hier traf sie sich zu illegalen Sitzungen mit ihren SPD-Parteifreunden Hermann Runge und Sebastian Dani . Hier wurde, im Sommer 1934, „die Verteilung des illegalen Materials in Duisburg“ geregelt. Hier entstand der Plan, „aus der Hamborner Brotfabrik Germania eine illegale sozialdemokratische Organisationszentrale zu machen.“

Die Idee kam von Johanna Niederhellmann. „Die Hanna“, erinnert sich Sebastian Dani, „hatte immer die tollsten Ideen. Sie war ganz Feuer und Flamme für die Sache.“

Nach Errichtung der faschistischen Diktatur erlitt sie Hausdurchsuchungen und Berufsverbot. Sie zog zurück zu ihren Eltern in die Ruhrorter Altstadt. Als Leiterin der illegalen SPD-Ortsgruppe von Ruhrort / Laar war sie 1934/35 maßgeblich daran beteiligt, die Hamborner “ Brotfabrik Germania “ zu einer geheimen Aufklärungszentrale der SPD im Rhein-Ruhrgebiet auszubauen – in den Broten versteckt wurden die Aufklärungsschriften verteilt. Im Juni 1935 verhaftet, wurde sie nach Gestapo-Folter im Duisburger „ Brotfabrikprozess “ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Berichtet wird, dass durch die Einflussnahme ihrer drei Brüder, die alle aktive Nationalsozialisten waren, die von der Gestapo geplante Verschleppung in ein Konzentrationslager verhindert wurde. Johannas Schwester Herta betrieb ebenfalls antifaschistische Aufklärungsarbeit in der der verbotenen Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP).

Sebastian Novimola

Sebastian Novimola, geboren 1501 und gestorben am 8. Juli 1579. Seinem Namen nach aus Neumühl stammender Geistlicher und Gelehrter, der in Köln lebte und in Duisburg tätig war.

Josef Rodzinski

Josef Rodzinski (* 29. August 1907; † Dezember 1984) (Fördermaschinist) absolvierte als Angehöriger des SV Hamborn 07 im Jahre 1936 drei Länderspiele für Deutschland. Zu weiteren Einsätzen kam der Mittelfeldspieler aber nicht mehr. Im Zweiten Weltkrieg musste ihm ein Bein amputiert werden.

Hugo Rosendahl

Hugo Rosendahl wurde am 28. Dezember 1884 in Sterkrade geboren und starb am 23. April 1964 in Essen. Der Jurist und Politiker.war in den Weltkriegsjahren 1915 und 1916 Erster Beigeordneter der Stadt Sterkrade und 1920 für ein Jahr Bürgermeister in Andernach. Von 1921 bis zur Eingemeindung nach Duisburg war er Oberbürgermeister der Stadt Hamborn, anschliessend von 1931 und 1933 Bürgermeister von Koblenz.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten arbeitete er in Essen als Rechtsanwalt. Nach der Befreiung wurde er eben dort von den amerikanischen Truppen am 20. Mai 1945 zum Oberbürgermeister ernannt. Von 1946-1950 war er Stadtdirektor in Essen.

Hermann Runge

Hermann Runge wurde am 28. 10. 1902 im Konradsthal geboren. Von 1917 bis 1920 hatte er Schlosser gelernt. Diesen Beruf übte er dann von 1920 bis 1931 aus. 1919 schloß er sich der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) und dem Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) an. Ein Jahr später, 1920, trat Hermann Runge in die SPD ein. Im Jahre 1922 wurde er Kreisleiter der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) für den Kreis Moers. Diese Funktion behielt er bis 1929. Von 1924 bis 1929 war er darüber hinaus auch Schriftführer der SPD im Kreis Moers. Von 1931 bis 1933 war er Leiter der Moerser SPD und Parteisekretär. Die Tätigkeit im Gemeinderat und Kreistag ergänzten seine Parteiarbeit.

Nach dem Ende seiner offiziellen Tätigkeit als Parteisekretär war er über ein Jahr lang arbeitslos bis er durch die Vermittlung von Hanna Niederhellmann Brotfahrer in der Brotfabrik Germania wurde. Dort wurde er der Kopf des Widerstandskreises um die Brotfabrik. Er war Initiator, Organisator und Motor des Kreises zugleich. Er wollte sich mit der Naziherrschaft nicht abfinden. Im November 1932 nahm er in Berlin an einer Besprechung des Parteivorstandes teil. Bei dieser Besprechung wurde ein Vorschlag des Parteivorsitzenden Otto Wels angenommen. Um die dunklen Machenschaften der Nationalsozialisten zu enthüllen, sollten kleine „Pioniergruppen“ gebildet werden. Her-mann Runge griff darauf hin mit selbstgefertigten Flugblättern Nazis wegen Verfehlungen heftig an. Mit einigen Genossen verteilte er die Flugblätter in den Wohngebieten.

Er wollte seine Partei präsent halten. Das war für ihn auch das Motiv, von Anfang an nach Wegen für den Aufbau einer illegalen Parteiarbeit zu suchen.Am 24. Juni 1935 wurde Hermann Runge von der Gestapo verhaftet und zum Verhör in die berüchtigte Steinwache nach Dortmund gebracht und wochenlang gequält. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zu 9 Jahren Zuchthaus. Es wurden beinahe 10 Jahre.

Nach dem Krieg baute Hermann Runge seine Partei wieder an erster Stelle auf. Er wurde Mitglied des Parlamentarischen Rates und somit einer der würdigen Väter des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Anschließend war er noch viele Jahre Bundestagsabgeordneter. Anfang der achtziger Jahre starb Hermann Runge in Düsseldorf-Lohausen, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

Friedrich Schrecker

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Friedrich Schrecker war vom 1. April 1900 an Bürgermeister und seit 1912 auch Oberbürgermeister der Stadt Hamborn. Abgesetzt wurde er nach den Streiks von 1919, weil er angeblich zu nachgiebig gegenüber den Arbeitern war. Nach ihm ist die Schreckerstrasse in Duisburg-Hamborn benannt, die von der Duisburgerstrasse zum Hamborner Altmarkt führt.
Vor seinem Amtsantritt als Hamborner Bürgermeister war er für einige Monate der Bürgermeisterei-Verwalter von Beeck.

im Industrieort Hamborn im Rheinland

„Die wirtschaftliche und soziale Lage der Frauen in dem modernen Industrieort Hamborn im Rheinland“ – Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde einer hohen staatswissenschaftlichen Fakultät der Erhard-Karls-Universität zu Tübingen , vorgelegt von Li Fischer-Eckert aus Hagen in Westfalen. Verlag von Carl Stracke 1913

Mathias Thesen

Mathias Thesen: (* 29. April 1891 in Ehrang; † 11. Oktober 1944 im KZ Sachsenhausen), Stadtverordneter in Hamborn Teilnehmer an der Novemberrevolution, wurde später Betriebsrats-vorsitzender des Hafenbetriebs Walsum und 1920 führendes Mitglied der KPD, die in jenen Jahren eine außerordentlich starke Basis im niederrheinischen Bergarbeiter- und Industriemilieu hatte. Er wurde 1924 in die Stadtverordnetenversammlung des damals noch selbständigen Hamborn gewählt und Mitte der 1920er Jahre Vorsitzender der KPD-Fraktion