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Schon unter Kaiser Karl dem Großen (768—814) war die politische Verwaltung des Frankenreichs neu organisiert worden. Die erblichen Herzöge und Grafen wurden abgeschafft und dafür Gaugrafen auf Lebenszeit ernannt und als Führer im Kriege und Richter über Eigentum, Freiheit, Leben und Tod im Frieden für jeden Gau bestellt. Dem Gaugrafen war ein Schultheiß mit vierzehn Schöffen zum Gerichte beigegeben. Darunter standen Landrichter (grafiones) mit sieben Schöffen. Landrichter für Hamborn war der Graf von Dinslaken. Über allen stand der königliche Sendgraf (camerae nuntii) später erblicher Pfalzgraf, (comites palatii) welcher für den Ruhrgau in Duisburg seinen Sitz hatte. Unter der Regierungszeit Karl des Großen haben sich nicht nur Christentum und Deutschtum gefestigt und gegenseitig durchgedrungen, sondern auch Wohlstand und Wohlfahrt des deutschen Volkes zu einer gewissen Blüte erhoben. Neben dem Acker- und Gartenbau machte das Handwerk Fortschritte. Schuhmacher, Dreher, Zimmerleute, Schildmacher, Fischer, Falkner, Seifensieder, Brauer, Bäcker, Netzemacher und Fischer begannen ihr Gewerbe auch in der Mark Hamborn, besonders in der unmittelbar am Rheinufer gelegenen Bauernschaft Alsum.
Hier entwickelte sich auch schon frühzeitig Handel und Schiffahrt. Doch unter den schwachen Nachfolgern Kaiser Karls wurde vieles wieder vernichtet, was der Fleiß der Bewohner geschaffen hatte. Normannische Seeräuber kamen auf leichten Schiffen den Rhein hinauf, seine gesegneten Landschaften zu plündern. 884 wurde das offene Land am Rhein und an der Emscher von den Normannen verheert, Duisburg einen Winter lang besetzt und, als ein Heer unter Bischof Arno von Würzburg zum Entsatze heranrückte, niedergebrannt. |