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Walzwerk

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Walzwerk ist ein Roman von Hans Marchwitza aus dem Duisburg-Hamborner Industriegebiet, erschienen in Berlin, 1932. Marchwitza wohnte damals in der Hamborner " Juppkolonie " und arbeitete als Bergmann auf Zeche Thyssen 4/8 . Das Buch erschien in einer überarbeiteten Fassung unter dem Titel "Treue" im Deutschen Militärverlag, Berlin (Ost) , 1961

Im Nachwort schrieb Jürgen Bonk über diesen Roman und seinen Verfasser:

Hans Marchwitzas Roman „Treue" ist eine Neubearbeitung und Erweiterung seines 1932 erschienenen Buches „Walzwerk. Roman aus dem Duisburg-Hamborner Industriegebiet". Nach „Sturm auf Essen" (1930), einem Roman über den heldenhaften Kampf der Roten Ruhrarmee im März/April 1920, und „Schlacht vor Kohle" (1931), einem Roman, der den Kampf der Bergarbeiter gegen die verschärfte Ausbeutung schildert, ist „Walzwerk" die dritte größere Arbeit des Dichters. Schon in diesen Frühwerken spüren wir das leidenschaftliche Bemühen Marchwitzas, seine literarischen Fähigkeiten für die Befreiung der Volksmassen von nationaler und sozialer Unterdrückung einzusetzen.

Lebhaft begrüßt von den Arbeitern, wurden alle drei Romane von der Reaktion verboten.
„Walzwerk" war für die Entwicklung unserer revolutionären proletarischen Literatur in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Einmal beschränkte sich Marchwitza nicht auf eine Darstellung der Arbeiter im Betrieb, was ihm ermöglichte, seine Romangestalten tiefer und vielseitiger zu charakterisieren, zum anderen bezog er auch Kleinbürger und Angehörige der technischen Intelligenz in die Romanhandlung ein, um zu zeigen, daß auch diese Schichten nur an der Seite der Arbeiterklasse eine echte Perspektive haben. In dieser Konzeption hatten die reichen Erfahrungen der KPD im Kampf um die Herstellung einer breiten Volksfront, wie sie in dem Dokument „Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes" im August 1930 theoretisch verallgemeinert worden waren, ihren literarischen Niederschlag gefunden.

Indem Hans Marchwitza die Romanhandlung in der neuen Fassung bis in das Jahr der Errichtung der faschistischen Diktatur hinein fortführt, gelingt es ihm noch besser als damals zu veranschaulichen, daß der Kampf der Arbeiterklasse unter der Führung der Kommunistischen Partei objektiv den Interessen des ganzen Volkes entsprach.

Freilich durfte der Dichter erst in seinem Buch über den Aufbau Stalinstadts, „Roheisen" (1955), und dann in dem Roman „Die Kumiaks und ihre Kinder" (1959), dessen Handlung bis in das Jahr der Gründung unserer Republik führt, das Hohelied der befreiten Arbeit singen, was in lyrisch-pathetischen Lobpreisungen seinen tiefen dichterischen Ausdruck gefunden hat. Marchwitza macht dem Leser dadurch bewußt, daß die Arbeit unter den Bedingungen einer werdenden sozialistischen Menschengemeinschaft zum ersten Lebensbedürfnis und zur Quelle des menschlichen Glücks wird.

Und doch würdigt Marchwitza auch in jenen literarischen Arbeiten, die die Leiden und den Kampf der Arbeiterklasse in der kapitalistischen Gesellschaft zum Gegenstand haben, die Schönheit der Arbeit und die Schöpferkraft der werktätigen Massen. In dem Roman „Treue" verwendet er sehr viel Sorgfalt darauf, die Atmosphäre der Industriestadt und des Werkes spürbar zu machen und die verschiedenen Produktionsprozesse so genau darzustellen, daß selbst der Unkundige eine außerordentlich plastische Vorstellung von der schweren und verantwortungsvollen Tätigkeit der Walzwerker bekommt. Gerade diese - keineswegs naturalistisch, sondern realistisch gestalteten - Partien des Buches wecken im Leser Bewunderung für die Arbeiter und Haß gegen jene, die die Arbeiter nur als Anhängsel der Maschine behandeln und sie bis zur Erschöpfung ihrer Kräfte auspumpen.


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