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Der Neumühlprozess (1977-1979)


15 Einträge zu Der Neumühlprozess (1977-1979) im Archiv


 

Polizeieinsatz gegen Jugendliche am 15.11.77 in Neunühl

1977-11-20

An den Vorsitzenden des Polizeibeirates Ratsherr Paul Degen
Duisburg, den 20.11.1977
Betr.; Polizeieinsatz gegen Jugendliche am 15.11.77 

Neumühl Lieber Genösse Degen l Wir wenden uns heute an Dich in Deiner Eigenschaft als Vorsitzender des. Polizeibeirates. Sicher hast Du aus der Presse oder von der Polizei selbst von deren Einsatz am 15.11. gegen ca. 100 bis 150 Jugendliche in Neumühl erfahren. Die Jugendlichen waren Teilnehmer an einer privaten Feier in einen zum Abbruch anstehenden Haus an der Lehrerstraße. Veranstalter waren die beiden Söhne des Hauseigentümers, dessen Einwilligung zu diesem Fest vorlag.

 

Verurteilung des brutalen Vorgehens der Polizei

1977-11-20

Resolution: Die Streikversammlung der Gesamthochschule Duisburg verurteilt im Rahmen des Abbaus demokratischer Rechte das brutale Vorgehen der Polizei bei einem Abbruchfest in Duisburg-Neumühl, bei dem mehr all 150 Jugendliche von den eingestzten Beamten geschlagen, getreten und unter Einsatz des Kampfgases "Chemical Mace" an der Weiterführung ihres Festes gehindert wurden. Auf das Schärfste verwehren wir uns gegen Menschen Jagdpraktiken der Polizei wie sie in dieser Nacht in Neumühl üblich waren. Die Maßnahmen in Neumühl reihen sich ein in eine Vielzahl ähnlicher Maßnahmen der Polizei in der Bundesrepublik Deutschland. Dies bedeutet den systematischen Abbau der elementarsten Grundrechte.

 

An die Polizeigeschädigten der Neumühler Abbruchfete

1977-11-20

Liebe Freunde!
Aufgrund der sich häufenden Übergriffe der Polizei und ihrer zunehmenden Brutalität müssen wir, die Jugendlichen Duisburgs, mehr als je zuvor zusammenhalten, um uns wirksam zu verteidigen. Der OTZ-Konzern als alternative kulturelle Vereinigung junger Leute erklärt sich mit Euch solidarisch und wird Euch nach Kräften unterstützen.

 

War der Einsatz der Polizei in Neumühl geplant?

1977-11-20

Die Polizei begründet ihren Einsatz heute selber mit "ruhestörendem Lärm". Dabei muß noch mals erwähnt werden, daß die Stereoanlage zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes nicht in Betrieb war. Die Polizei erschien denn nun auch nicht etwa um, wie wohl ansonsten bei Ruhestörung verfahren wird, die Lärmquelle zu beschlagnahmen. Nein - eine halbe Stunde nach den ersten beiden Polizisten erschienen gleich ganze 42 weitere und stürmten brutal das Haus. ( Wie vorne geschildert )

 

Anklage im Neumühl-Prozess

1978-05-24

Betr.:  Ermittlungsverfahren gegen Sie wegen Landfriedensbruchs, Widerstandes u.a.

Sehr geehrter Herr...In vorbezeichnetem Verfahren wird Ihnen folgender Sachverhalt zur Last gelegt: Am Abend des 15.11.1977 beteiligten Sie sich an einer von zahlreichen Personen besuchten Zusammenkunft in dem Haus Duisburg 11, Lehrerstraße 51. Da von Ihrer Seite ein so erheblicher Lärm verursacht wurde, daß Anwohner die Polizei benachrichtigten, wurden die Teilnehmer der Veranstalter gegen 22.30 Uhr durch zwei Polizeibeamte  aufgefordert, den Lärm zu dämpfen, insbesondere die Stereoanlage auf Zimmerlautstärke zu stellen. Dieser Aufforderung wurde jedoch nicht nachgekommen, sondern die Polizeibeamten wurden mit Zurufen wie "Bullen raus" "zieht ihnen die Unifom aus"
beschimpft.

 

Neumühl-Prozess: Die Dokumentation

1979-10-16 (Warum diese Dokumentation)

Warum diese Dokumentation? Am 17. Oktober 1979 beginnt in Duisburg ein Prozeß vor dem Schöffengericht Duisburg-Hamborn gegen 12 Angeklagte. Bisher sind 12 Tage für den Prozeß angesetzt; 83 Zeugen sollen gehört werden. Wegen des Umfangs wurde das Schöffengericht erweitert; jedem Angeklagten wurde ein Pflichtverteidiger beigeordnet; ein passender Saal wird noch gesucht. Warum dieser Aufwand?

 

Gewaltsame Räumung einer Party in der Neumühler Lehrerstrasse (Neumühl-Prozess)

1979-10-20

1979 wird im Hamborner Ratskeller der Neumühl-Prozeß verhandelt. Angeklagt werden 12 Hamborner, die im November 1977 eine Party in der Neumühler Lehrerstrasse veranstaltet haben, diese wird von der Polizei wegen "ruhestörenden Lärms" gewaltsam beendet. Im folgenden Text wird die Darstellung der 12 Angeklagten wiedergegeben ( Info III zum Neumühlprozess). "Seit Wochen läuft der Neumühl-Prozess. Angeklagt sind 12 Festteilnehmer wegen Landfriedensbruch. Ein Mammutprozess: 12 Angeklagte, 12 Verteidiger, 83 Zeugen, Sachverständige. Die 50 Anzeigen aber, die 1977 gegen die beteiligten Polizisten wegen Körperverletzung, Nötigung und versuchtem Totschlag gestellt wurden, sind bis heute nicht weiter bearbeitet worden. Seit Wochen versuchen die Polizeizeugen den Polizeiüberfall auf das "Neumühl-Fest" mit Ruhestörung zu rechtfertigen."



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